Der Männlicher Geschlechtsapparat und dessen Kastration

Zu den Geschlechtsorganen des männlichen Kaninchens (Rammler, Bock) gehören Hoden, Nebenhoden, Geschlechtsdrüsen (Prostata, Samenblasendrüse, Zwiebeldrüse) und der Penis.

Männlicher Geschlechtsapparat

Die Hoden von Kaninchen sind länglich und liegen in Hauttaschen, ein spezieller Hodensack wie bei anderen Tierarten ist nicht ausgebildet. Zum Zeitpunkt der Geburt liegen die Hoden noch in der Bauchhöhle, der Hodenabstieg erfolgt in den ersten Lebenswochen durch den Leistenkanal. Männliche Kaninchen, bei denen der Hodenabstieg nicht oder nur einseitig erfolgt, leiden an einem so genannten Kryptorchismus.

In den Hoden findet die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron statt. Dieses Hormon steuert die Produktion der Spermien und ist für das geschlechtsspezifische Verhalten der Tiere verantwortlich. Dazu gehören insbesondere das stark ausgeprägte Revierverhalten von Kaninchenböcken und das Urinspritzen.

 

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Kastration des männlichen Kaninchens

Bei einer Kastration handelt es sich um die chirurgische Entfernung beider Hoden. Dadurch wird nicht nur die Zeugungsfähigkeit unterbunden, sondern auch das durch die Geschlechtshormone, die in den Hoden gebildet werden, beeinflusste Verhalten der Tiere verändert.

Bei einer Sterilisation hingegen wird lediglich der Samenleiter durchtrennt. Dieser in der Humanmedizin übliche Eingriff wird in der Tiermedizin nicht durchgeführt.

Durchschnittlich werden männliche Kaninchen im Alter zwischen 10 und 12 Wochen zeugungsfähig. Bei großwüchsigen Rassen tritt die Geschlechtsreife eher noch etwas später ein. Ab diesem Zeitpunkt ist ein Kaninchenbock in der Lage, weibliche Partnertiere zu befruchten – und tut dies meist erfolgreich, da der Eisprung erst durch den Deckakt selbst ausgelöst wird. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter den Einträgen weiblicher Geschlechtsapparat sowie männlicher Geschlechtsapparat.


Zeitpunkt der Kastration

Grundsätzlich wird zwischen einer Frühkastration und einer Kastration bereits geschlechtsreifer Kaninchen unterschieden.

Eine Frühkastration kann etwa ab der 6. Lebenswoche durchgeführt werden. Der Eingriff muss auf jeden Fall vor Eintritt der Geschlechtsreife, also spätestens vor der 12. Lebenswoche, erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt wurden in den Hoden noch keine Spermien und keine Geschlechtshormone produziert. Das bedeutet, dass die Böcke nach dem Eingriff sofort wieder zu ihren Partnertieren verbracht werden können.

Bei einer Kastration nach Eintritt der Geschlechtsreife kann das männliche Kaninchen noch bis zu sechs Wochen nach dem Eingriff zeugungsfähig sein, da sich Spermien in der Samenblase speichern und dort über diesen langen Zeitraum befruchtungsfähig bleiben. Die kastrierten Böcke dürfen daher erst nach Ablauf dieser Zeit mit ihren unkastrierten, weiblichen Partnertieren vergesellschaftet werden. Diese Isolation von der Familie führt meist dazu, dass das kastrierte Kaninchen wieder vollkommen neu in die Sippe eingewöhnt werden muss, da sich innerhalb der Familie neue Rangordnungen gebildet haben.




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